titelbild 180Am Samstag, dem 26. September besuchten 16 Jumeleure und Freunde der Eurojumelages Darmstadt den August-Euler-Flugplatz in Darmstadt/Griesheim und das dort befindliche August-Euler-Luftfahrtmuseum.

Beim Betreten des Flugplatzes fielen uns ein Gedenkstein an August Euler sowie ein Hubschrauber und der Rumpf eines Flugzeugs auf.
Ansicht beim Betreten des Flugplatzes 600pxDort begrüßten uns Reinhold Fischler, der Pressesprecher des Fördervereins August-Euler-Luftfahrtmuseum e.V., und seine Kollegin Karin Löw. Sie führten uns in einen Vortragsraum im Towergebäude und Frau Löw gab uns im Rahmen eines Vortrags einen spannenden Einblick in die Geschichte des Flugplatzes, von den Anfängen der deutschen Luftfahrt bis hin zur Entwicklung des Geländes heute.

Der „Griesheimer Sand“ war von 1874 an Truppenübungsplatz der Preußischen Armee. 1908 pachtete der deutsche Ingenieur und Unternehmer August Euler (1868 – 1957) ein Gelände auf dem Truppenübungsplatz, um Flugversuche durchzuführen. Quelle August Euler Luftfahrt Museum 400pxGleichzeitig gab es erste Bemühungen um die Einrichtung eines Flugplatzes auf dem Truppenübungsplatz „Griesheimer Sand“. Er gehört somit zu den ältesten Flugplätzen Deutschlands. Euler führte dort Flugversuche durch und begann mit der Konstruktion und dem Bau von Flugzeugen. Außerdem bildete er Piloten aus, zu denen auch Prinz Heinrich, der Bruder des deutschen Kaisers, gehörte. Am 1. Februar 1910 erhielt Euler – nach Absolvieren der ersten amtlich vorgeschriebenen und international gültigen Pilotenprüfung in Deutschland – das Flugzeugführerpatent „Deutschland Nr. 1“. Im Jahre 1912 zog August Euler mit seinem Flugplatz, der Flugschule und den Werkstätten nach Frankfurt-Niederrad um, weil er dort bessere Voraussetzungen vorfand. Bis 1919 produzierte er dort insgesamt rund 500 Flugzeuge mit 30 verschiedenen Typen. Im Jahre 1919 nach dem Ende des 1. Weltkriegs beschlagnahmten die Siegermächte die Euler-Werke und verboten den Deutschen, Flugzeuge zu produzieren. August Euler ging in die Politik und wurde zum Leiter des neu errichteten Reichsluftamtes ernannt. Im Jahre 1922 trat er in den Ruhestand. 1952 wurde ihm das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Am 1. Juli 1957 verstarb er. Er ist in einem Ehrengrab auf dem Hauptfriedhof der Stadt Frankfurt/Main begraben.

Tower 250Das Fluggelände „Griesheimer Sand“ diente in den Jahren 1914 bis 1918 als Kriegsgefangenenlager. Nach dem 1. Weltkrieg wurde es von französischen Truppen besetzt, die erst 1930 wieder abzogen. 1932 vermietete das Deutsche Reich das Gelände an die Hessische Flughafen AG, die es zum Verkehrsflughafen Darmstadt ausbaute. In den Jahren 1939 bis 1945 war der Flughafen ein Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe, der in den Jahren 1943/44 von den Alliierten bombardiert wurde. Beim Rückzug 1945 zerstörten deutsche Truppen den größten Teil der Anlagen und das Gelände wurde von der US Army besetzt. Auf dem sogenannten Darmstadt Army Airfield stationierten die US-Amerikaner bis 1992 unter anderem Rettungshubschrauber. Heute ist ein großer Teil des Geländes ein Naturschutzgebiet. Der verbleibende Teil wird von der Technischen Universität Darmstadt vielfältig genutzt.

Im Luftfahrtmuseum 400pxNach dem Vortrag stiegen wir zum Tower hinauf, von dem wir eine gute Übersicht über den Flugplatz hatten, und besuchten die benachbarten alten Wellblech-Nissenhütten. Eine davon dient als Werkstatt, die andere als musealer Ausstellungsraum, in dem die mit dem August-Euler-Flugplatz verbundene Luftfahrtgeschichte präsentiert wird. In diesem Raum befindet sich auch ein Nachbau von August Eulers berühmtestem Flugzeug, dem „Gelben Hund“, mit dem im Jahre 1912 der erste offizielle Postflug in Deutschland durchgeführt wurde.

Im Außenbereich sahen wir einen Hubschrauber, der seit 2021 anschaulich die 63 Jahre währende Präsenz der US Army in Griesheim widerspiegelt.

gruppe& Ronny 800Danach stiegen wirin den historischen Flugzeugrumpf einer Douglas DC-8 und bewunderten die große Anzahl von Instrumenten im Cockpit. Zum Abschluss unseres Besuchs trug sich unser Vorsitzender für unseren Verein in das Besucherbuch des August-Euler-Luftfahrtmuseums ein und auf der Gangway wurde ein Erinnerungsfoto von den Teilnehmern aufgenommen.

Nach dem interessanten Besuch des August-Euler-Flugplatzes haben sich noch ein paar unserer Mitglieder in einem Café in der Nähe des Flugplatzes zusammengesetzt.

Meinhard Dausin