Am Morgen des 4. Dezember 2025 trafen sich 17 Mitglieder der Eurojumelages Darmstadt im Hauptbahnhof Darmstadt zu einer vorweihnachtlichen Tagesreise. Ziel der Reise war die Brüder-Grimm-Stadt Hanau.
Bereits wenige Minuten nach 9 Uhr ging unsere Zugreise los und wir kamen gegen 10 Uhr in Hanau Hauptbahnhof an. Unser 1. Programmpunkt in Hanau war eine Stadtführung, die um 11 Uhr am Congress Park Hanau beginnen sollte. Deshalb nahmen wir am Busbahnhof vor dem Hauptbahnhof den Linienbus und stiegen am Freiheitsplatz aus. Nach einer kurzen Pause in einem Einkaufszentrum des „Forum Hanau“ gingen wir zu Fuß zum nahegelegenen Schlossplatz. Hier sollte unsere „Führung durch die Hanauer Innenstadt“ starten. Vor dem Kongress Park Hanau wartete schon Herr Feußner, unser Stadtführer, auf uns.
Die Führung begann in Hanaus Altstadt. Vom Schlossplatz mit dem historischen Kanzleibau führte unser Stadtrundgang zum Altstädter Markt und dem bedeutendsten historischen Gebäude der Altstadt. Unser Stadtführer erklärte uns, dass mit dem Bau des Gebäudes bereits um 1537 begonnen wurde und dass es zunächst als Rathaus diente. Aktuell befindet sich hier das Deutsche Goldschmiedehaus, in dem internationale Ausstellungen zu Schmuck und Tafelgerät stattfinden. Am Ende der Marktstraße erläuterte uns
der Stadtführer einen historischen Plan der Altstadt. An der Ecke Marktstraße bemerkten wir, dass auf der Fußgängerampel als Ampelmännchen die Brüder Grimm dargestellt waren. Hier wechselten wir von der Altstadt zur Neustadt.
Unser Stadtrundgang führte nun durch das „Forum Hanau“, wo sich viele Geschäfte und das Kulturforum Hanau befinden. Wir passierten den Schweinemarkt und kamen zum Neustädter Marktplatz.
Hier befindet sich das Neustädter Rathaus von 1733. Der stattliche Barockbau mit seinem markanten Mansardendach und dem Glockenturm – auf dem ein Schwan, das Hanauer Wappentier, thront - gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Hanaus. Bei unserem Besuch war es weihnachtlich geschmückt und – mit seinen 24 Fenstern - in Hessens größten Weihnachtskalender verwandelt. Vor dem Rathaus befindet sich das Wahrzeichen Hanaus, das Brüder-Grimm-Nationaldenkmal. Die bronzenen Ganzkörperstatuen stellen die weltweit bekannten Märchensammler, Germanisten und Gelehrten Jacob Grimm (stehend) und Wilhelm Grimm (sitzend) dar. Übrigens behaupten die Hanauer Bürger, dass die beiden Brüder
manchmal heimlich ihre Plätze tauschen. Unser Stadtführer führte uns nun zur Französischen Allee und zu einem besonderen Zeugnis der Hanauer Stadtgeschichte, der Wallonisch-Niederländischen Kirche. Sie wurde mit der Ansiedlung wallonischer und niederländischer Glaubensflüchtlinge erbaut und im Jahr 1608 eingeweiht. Durch die bauliche Verbindung von zwei Kirchen in einem Gebäude war sie ein Symbol der religiösen Einheit der Neubürger. Bei einem Fliegerangriff am 19. März 1945 wurde die Doppelkirche zerstört. Nach dem Krieg wurde nur die Niederländische Kirche in ihrer ursprünglichen Form wieder aufgebaut. Die Ruine der wallonischen Kirche soll – mit einem Kunstwerk des Künstlers Walter Kromp – als Mahn- und Gedenkstätte an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg erinnern. Unser Stadtrundgang endete im Stadthof Hanau, einem früheren Kaufhaus. Während unseres Stadtrundgangs kreuzten wir manchmal den „Hanauer Märchenpfad“.
Auf ihm sind Skulpturen berühmter Märchen der Brüder Grimm dargestellt – vom Rotkäppchen über den gestiefelten Kater bis zu Schneewittchen. Nach dem Stadtrundgang waren wir hungrig und
durchgefroren und freuten uns auf das Mittagessen im Restaurant und Café „Klara“.
Nach dem Mittagessen gestalteten wir unseren Nachmittag individuell. Zum Beispiel besuchten einige eine Ausstellung im Goldschmiedehaus, andere sahen sich die Ausstellung „Körperwelten & der Zyklus des Lebens“ im Stadthof Hanau an. Wieder andere schlenderten über den Hanauer Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz oder den Künstler-Weihnachtsmarkt im Foyer des Neustädter Rathauses oder machten einen Einkaufsbummel durch die Geschäfte der weihnachtlich geschmückten Stadt.
Wer in Hanau genug erlebt hatte und eine Fahrkarte besaß, fuhr individuell nach Hause, die Letzten gegen 18 Uhr.
Meinhard Dausin
